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Caroline Achaintre (*1969, FR/DE) arbeitet mit verschiedenen Medien wie Tapisserie, Zeichnung und Keramik, die sie in konzeptueller wie prozessbasierter Arbeitsweise kombiniert. Sie üerfürt traditionelle Techniken in die Gegenwart und erkundet dabei die Grenzen zwischen Abstraktion und Gegenstädlichem. Ihre Keramiken und Aquarelle, sowie die grossformatigen Wandteppiche lassen animalisch wirkende Figuren und maskenhafte Formationen in Erscheinung treten und schaffen eine spielerische und absurde Atmosphäe. Die erste museale Einzelausstellung in der Schweiz von Caroline Achaintre gibt Einblick in das einpräsame Werk der deutsch-franzöischen Küstlerin. Sie bietet einen Blick auf ein küstlerisches Schaffen, das sich durch Präision, Experimentierfreude und Unkonventionalitä auszeichnet.














 




































Caroline Achaintre, Shiftings

Kunsthaus Pasquart, Biel (Schweiz)

10.04 - 12.06.2022


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Der Ausstellungstitel «Shiftings» –dt. Verschiebungen, Verlagerungen, Umverteilungen –spielt nicht nur darauf an, dass Achaintre tradierte Techniken wie etwa die Tapisserie oder die Keramik in die Gegenwart üerfürt, sondern auch auf das städige Ausloten der Grenzen zwischen Abstraktion und Gegenstädlichem. In ihren Arbeiten treten geometrische, maskenhafte Formationen und wundersame, scheinbar animalische Figuren in Erscheinung, die unseren vorgepräten Blick in Frage stellen und klassische Zuordnungen verschieben. Der Zauber von Achaintres hybriden Kreaturen verbirgt sich in ihrer Doppeldeutigkeit, ihre Schöheit liegt in ihrer Irritation.


Ihre kraftvollen Tapisserien entwickelt Achaintre mit der Technik des Tuftens, bei der einzelne Wollfäden mit Hilfe einer Druckpistole von hinten durch die Leinwand geschossen werden. Durch die differierende Länge der Fäden und deren Elastizität mischen sich die weichen Fasern und formen sich zu einer reliefartigen Fläche, auf der Linien und Farben ineinanderfliessen. Form, Linie und Material verbinden sich zu einem bildhaften Erlebnis, bei dem die Erkennbarkeit und die Unschärfe der Konturen in einem effektvollen Spannungsfeld stehen und Assoziationen freien Lauf lassen. Sowohl die Farbe wie auch das Material bestechen durch ihre Eigenständigkeit und wirken in ihrer ureigenen Substanz. Die Werke muten wie geheimnisvolle Relikte einer unbekannten Kultur an und entfalten sowohl eine starke physische wie auch sinnliche Präsenz. Achaintres Keramiken rufen Assoziationen zu Zellgeweben, Tierhäuten und Masken hervor, aber auch zu menschlichen Gesichtern. Ihre intimen Papierarbeiten erinnern wiederum an Vexierbilder oder an das tiefenpsychologische Verfahren des Rorschachtests. Meist sind es mehrere Charaktere, multiple Identitäten, die die einzelnen Arbeiten zu bevölkern scheinen.


Achaintres Inspirationsquellen sind Bilder sowohl aus der Hoch-, als auch aus der Popkultur. Neben kunsthistorischen Bezugspunkten u. a. zum deutschen Expressionismus, Primitivismus und zur Arts-and-Crafts-Bewegung ist das Horror-, Heavy Metal- und Science- Fiction-Genre für sie ebenso von Bedeutung wie der subversive Geist mitteleuropäischer Karnevals- und Fastnachtsbräuche. Das Lebendige, Farbmächtige und Humorvolle kennzeichnet Achaintres Werk ebenso wie das Archaische, Dunkle und Geheimnisvolle. An der Grenze zum «Unheimlichen» (Sigmund Freud) lässt sich in vermeintlich Gewohntem Fremdartiges entdecken; ein Wandteppich wird zur animistischen Gestalt oder Wolle zum Haar. Handelt es sich um abstrakte Formen oder um anthropomorphe Wesen? Sind es Muster, Rechtecke und Kreise oder Kleidungsstücke, Fell, Federkleid, Münder und Augen? Und schliesslich: betrachten wir oder werden wir beobachtet?


Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Kunstmuseum Ravensburg, DE.

 Kuratorinnen der Ausstellung : Stefanie Gschwend, Direktorin ad interim Kunsthaus Pasquart und Felicity Lunn

 

Publikation zur Ausstellung

In Kooperation mit dem Kunstmuseum Ravensburg erscheint eine Publikation mit Texten von Oriane Durand, Kristina Groß, Stefanie Gschwend / Ute Stuffer, Vanessa Joan Müller und Ausstellungsansichten im Verlag für moderne Kunst (DT/FR/ENG).

 

 Caroline Achaintre, Alberich., 2022, Handgetuftete Wolle und Stofffutter, 250 x 215 cm; Courtesy the artist, Foto / photo: Annabel Elston




Ausstellung 08.April - 31.Juli 2022 . Haus der Kunst, Prinzregentenstrasse 1 - 80538 München (Deutschland).  Öffnungszeiten : Montag, Mittwoch, Sonntag 10 Uhr bis 18 Uhr, Dienstag geschlossen, Donnerstag 10 Uhr bis 22 Uhr, Freier Erster Donnerstag bis 24 Uhr (der nächste Freie Erste Donnerstag findet im Mai 2022 statt), Freitag, Samstag 10 Uhr bis 20 Uhr.
























 





 



























 





 











	Caroline Achaintre, Alberich., 2022, Handgetuftete Wolle und Stofffutter, 250 x 215 cm; Courtesy the artist, Foto / photo: Annabel Elston
Caroline Achaintre, Shiftings, Kunsthaus Pasquart, Biel, Schweiz

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